Beißt der? - Oder: Wozu IPO-Sport?

Unsere Hunde (sollen) beißen (dürfen). Dennoch erleben wir im Alltag häufig, dass uns das nicht geglaubt wird. Die sind doch so freundlich, lassen sich anfassen, schmusen gern, bleiben immer gelassen... - heißt es oft ungläubig. Wir sind der Überzeugung, dass sie dieses Verhalten nicht trotz sondern gerade wegen des Sports zeigen.

IPO-Sport (früher: VPG-Sport) bezeichnet Ausbildung und Arbeit des Hundes in Unterordnung (Gymnastik und Dressur), Fährte und Schutzdienst. Die Abkürzung "IPO" steht für "Internationale Prüfungsordnung". Wir betreiben IPO-Sport, um unseren Hunden kontrollierte Befriedigung natürlicher Triebe zu ermöglichen. Sport soll Hunde geistig und körperlich auslasten, sie zur sicheren Auflösung von Situationen befähigen, Teamwork und Kommunikation zwischen Mensch und Hund verbessern und so die Bindung zum Hundeführer festigen.

Tierliebe wird allzu oft falsch interpretiert und inbesondere Haustiere werden gern vermenschlicht. Für Hunde gilt das verstärkt, wohl auch deshalb, weil der Hund wie kein anderes Haustier den Menschen als Sozialpartner akzeptiert und sein Verhalten seinem "Menschenrudel" anpasst. Jedoch haben auch Jahrtausende der Domestizierung an einer Tatsache nichts ändern können: Der Hund ist ein Raubtier. Instinkte, Erbgedächtnis, Sinne und Triebe wurden von der Evolution daraufhin optimiert in einer Natur zu bestehen, die dem Räuber und seiner Art absolut gar nichts schenkt. Er muss erstöbern, erjagen, erbeuten, erobern und mitunter auf Leben und Tod verteidigen, wenn er und sein Rudel überleben wollen.

Je nach Zuchtrasse (und Individuum) sind Triebe unterschiedlich stark ausgeprägt. Bei den so genannten "Gebrauchshunden" - wozu auch der Hovawart in seiner Zuchtbestimmung als Wach- und Schutzhund zählt - sind i. d. Regel der aktive Verteidigungstrieb und der Beutetrieb stärker sowie die Beisshemmung schwächer als bei anderen Rassen.

Der gewöhnliche Alltag von Menschen, das so genannte "familiäre Umfeld", bietet Hunden kaum Gelegenheiten, elementare Triebe auszuleben: Beute aufstöbern, hetzen, erlegen, Eindringlinge stellen und verbellen, "beißen" - im Regelfall ist das unerwünscht (Haus) oder gar strikt verboten (Wald und Flur). Es wird deshalb "aberzogen" oder unterdrückt. Unterdrückte Triebe jedoch stauen sich an. Und Triebstau kann sich - im Katastrophenfall - unkontrolliert entladen.

Moderner Hundesport zielt darauf ab, Triebkreisläufe des Hundes zu aktivieren und Ventile zu öffnen, diese kontrolliert auszuleben. Die Kontrolle wird über die Ausbildung (Konditionierung) der so genannten Triebhandlung erreicht. Der Hund "lernt", dass auf einen Triebreiz hin nur eine ganz bestimmte - gewünschte - Verhaltensfolge zum Erfolg (Triebbefriedigung) führt.

Kaum ein andere Sportart als der Schutzdienst bietet dem Hund mehr und bessere Optionen, seinen natürlichen Beute- und Schutztrieb auszuleben. Insbesondere in den hohen Ausbildungsstufen wird dem Hund alles abverlangt: Mut, Stärke, Dynamik, Dominanz, Ausdauer, Härte und (Rudel)Disziplin. Ein Hund, der unter diesen Herausforderungen beständig Erfolg (Triebbefriedigung) hat, wird (selbst- sowie verhaltens)sicher, souverän und ausgeglichen. Ist so ein Hund für die Umwelt ein größeres Risiko als ein unsicherer, unkontrollierter, unausgeglichener mit Triebstau?

Deshalb - und weil wir erleben wie intensiv dieser Sport Hunden Freude bereitet - machen wir das.Schlusspunkt

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